Mobil twittern mit Hootsuite

Seit einigen Stunden gibt es meine favorisierte Desktop-Twitter-Anwendung Hootsuite auch als App für iPhone und iPod touch zu kaufen. Fast alle Funktionalitäten der ausgesprochen professionellen – und erfreulicherweise bisher kostenlosen – Browser-Anwendung wurden für iPhone OS umgesetzt. Da ich neugierig war (und die Anwendung zudem gerade 33 % günstiger ist), habe ich mir Hootsuite heute Nachmittag im App Store besorgt.
Die Vorteile gegenüber anderen Twitter Apps sind nach meiner Wahrnehmung:

  • die Nutzung bestehender Hootsuite Profile,
  • Multiprofil-Fähigkeit,
  • zeitverzögerte Tweets und
  • ow.ly Statistiken zu Linkklicks.

Was noch schön gewesen wäre:

  • offline-freundliches Download-Verhalten (für iPod-touch-Nutzer, die in der Lücke zwischen den WLAN-Hotspots Tweets lesen möchten – bisher werden Tweets nur beim Stream-Aufruf heruntergeladen),
  • orts- und standortbezogene Suche,
  • Benachrichtigungen (Kennzeichen, Meldungen, Töne),
  • LinkedIn-Unterstützung wie bei der Browser-Anwendung (Facebook habe ich nicht getestet),
  • stabilere App – 1.0.0 verabschiedet sich noch hin und wieder.
  • Sollte ich natives Retweeten auch vermissen? Bin noch unschlüssig.

Im Ergebnis löst Hootsuite meine Lieblings-Twitter-App „TweetDeck for iPhone“ noch nicht ab. Ich bereue jedoch nicht, den Hootsuite-Entwicklern Einssechzig überwiesen zu haben. (Wieviel davon kommt eigentlich beim Entwickler an?)

Eule (twoblueday @ flickr unter CC)

Eule (twoblueday @ flickr unter CC)

Informationsfreiheit – Sommer / Villa Ichon

Zum Abschluss meines Berichts über die Datenschutzveranstaltung mit Imke Sommer letzten Monat in der Villa Ichon – an dieser Stelle vielen Dank an Frau Dr. Sommer, Herrn Rath und die Veranstalter – werde ich noch ein paar Worte zum dort angesprochenen Thema Informationsfreiheit ergänzen. Die Landesbeauftragte für den Datenschutz ist gleichzeitig auch Landesbeauftragte für die Informationsfreiheit. Das Bremer Informationsfreiheitsgesetz (BremIFG) gewährt jeder Person – sei es im In- oder im Ausland – ein Recht auf Zugang zu amtlichen Informationen. Amtliche Informationen werden auf Antrag bereitgestellt; darüber hinaus wurde in Bremen ein zentrales elektronisches Informationsregister eingerichtet (§ 11 Abs. 5 BremIFG).

Das befristet gültige Gesetz aus dem Jahre 2006 wird derzeit gemäß § 13 BremIFG einer Prüfung unterzogen. Zur Diskussion steht laut Sommer, ob der Schutz von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen weiterhin so stark zum Tragen kommen sollte (bisher Parallelregelung zum IFG des Bundes). Zudem steht wohl die Frage im Raum, wie in Zeiten der Haushaltsnotlage die Erfüllung der Informationspflichten der bremischen Verwaltung personell gewährleistet werden kann.

Bisher nicht im Fokus steht die im engeren Sinne freie und offene Bereitstellung von Dokumenten und Daten. Es ist im Regelfall so, dass Ergebnisse der IFG-Anträge und Inhalte des Informationsregisters gelesen, heruntergeladen, ausgedruckt, auf andere Weise privat verwendet und im Rahmen des Zitatrechts auszugsweise veröffentlicht werden dürfen. Dritte haben jedoch kein Recht, die vollständigen Informationen z.B. auf einer eigenen Internetseite zu veröffentlichen oder in Mashups einzubinden. Zumindest amtliche Veröffentlichungen – die in unbearbeiteter Form gemeinfrei sind – müssten in einem solchen Portal frei von Rechten Dritter bereitgestellt werden. Bei weiteren im Auftrag der Verwaltung erstellten Dokumenten, sollten Behörden sich vom jeweiligen Urheber Nutzungsrechte einräumen lassen, die eine freie Verwendung der (mit Steuergeldern hergestellten) Werke unter Namensnennung ermöglichen. Da sich die Gebühren für die Bearbeitung eines IFG-Antrags bei mehr als acht Stunden Arbeitszeit auf bis zu 500 Euro belaufen können, wäre es für den Antragsteller von hohem Interesse, das Ergebnisdokument frei von Rechten Dritter zu erhalten und so an weitere interessierte Personen weiterverbreiten zu können. (In meinem vor einigen Monaten online gestellten Foliensatz „E-Government 2.0 ohne Freie Lizenzen?“ habe ich diese Ideen plakativ – und hoffentlich verständlich – dargestellt.)

Zu guter Letzt schließt sich thematisch ein Hinweis auf den neuen Verein OpenData Network an, den ich für unterstützenswert halte. Er soll insbesondere das Ziel verfolgen, Open Data, Open Access, Open Government, Transparenz und Partizipation auf die politische Agenda zu setzen. Der freie und ungehinderte Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu Daten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft sollte gefördert werden.